Wundergerät oder Unheilstifter?
1.Szene
(Familie???? Beim alltäglichem Mittagessen bei laufendem Fernseher.
Alle blicken interessiert auf als
nach einer Sendung eine Werbung für Besteck folgt.
Ein gepflegt aussehender Moderator steht
neben einer am Tisch sitzenden Familie, die äußerst bemüht aber erfolglos
mit
Stäbchen versucht Steak zu essen.)
Moderator:
Kennen sie nicht auch das alte Problem mit dem Stäbchen. Da haben sie nun eine
leckeres Steak vor sich liegen , aber anstatt gleich ein Stück davon probieren
zu können, müssen sie es erst noch zerschnippeln so dass es wie jedes Fleisch
aussieht, das man überall findet. Haben sie nicht auch mal das Verlangen sich
richtig nobel vorzukommen, indem sie dieses Steak als Steak essen zu können?
(Der Moderator schnippt mit den Fingern worauf auf dem Tisch wie durch
Geisterhand Besteck erscheint und die Stäbchen verschwinden. )
Moderator:
Dies ist es. Dies ist Besteck. Es wird Ihr Leben nicht nur verändern es wird
Ihr Leben erst lebenswert machen. Von nun an werden Sie sich auf jedes Essen
freuen und es nicht als Nahrungsaufnahme ansehen. Probieren
Sie es aus!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Kaufen Sie Besteck und Sie werden so aussehen.
(Man sieht die gesamte Familie, die davor am Tisch gesessen hat und nun
übertrieben grinsen.)
Moderator:
Wenn Sie Beschwerden haben werden Sie auf der Stelle von uns entschädigt.
Sie werden sehen daß, das Besteck mehr hält als wir versprechen.
(Große Einblendung des Logos der Firma.
Die Familie die diesen Werbespot gesehen hat fängt an sich darüber zu
unterhalten.)
2.Szene
Tochter
:Ich finde die Besteck Idee gar nicht so schlecht.
Mutter
:Ich finde es unmöglich unsere Tradition zu kritisieren.
Vater
:Da muß ich dir zustimmen.
Tochter
:Ich weiß gar nicht was ihr habt? Sie haben doch recht!
Sohn
:Genau! Ihr könnt ja auch nicht richtig mit Stäbchen essen.
Vater
:Das ist eine Verleumdung, so etwas lasse ich mir nicht bieten!!
Vater
:Guten Tag ,was wollen Sie??
Vertreter
:Guten Tag, ich bin ein Vertreter der Firma (HBYKG) und möchte Ihnen wenn Sie
erlauben die Vorteile
von Besteck erklären und Ihnen als Testfamilie einige
Bestecksets da lassen.
Vertreter
:Vielen Dank.
Vater
:Bitte beginnen Sie mit Ihrem Vortrag.
Vertreter :Hier sehen Sie die Dinge die Ihr Leben verändern werden. Es heißt „Besteck“. Ich werde
Ihnen jetzt die
meisten Vorteile des Bestecks gegenüber der herkömmlichen Stäbchen aufführen.
Das werden aber bei weitem nicht
alle sein. Sie werden schon bald merken das, daß
Besteck mehr hält ,als wir versprechen.
Konnten Sie bisher kein vernünftiges Steak, sondern nur langweiliges
geschnetzeltes essen, so wird es Ihnen nun problemlos möglich sein. Zudem ist
Besteck gegenüber Stäbchen sehr haltbar, denn es läßt sich nicht zerbrechen,
sondern höchstens verbiegen, was ein zusätzlicher Spaßfaktor am Eßtisch ist.
Mutter:
Aber..!
Vertreter
:Bitte
unterbrechen Sie mich nicht. Das Besteck ist problemlos hygienisch wieder
verwertbar, da hier der Schmutz und Bakterien nicht in die Poren, wie bei
Holzstäbchen,
eindringen kann und auch daher leichter zu reinigen
ist.
wurden schon abgeholzt und getötet, nur
um Stäbchen zu erlangen die für ein paar Mahlzeiten reichen??
Besteck verschenkt, als wenn
man jemanden zur Hochzeit zwei Stäbchen schenkt.
Außerdem hat Besteck noch weitere Vorteile....
3.Szene
Sohn
:Und wie funktioniert das jetzt?
Mutter
:Wo ist die Gebrauchsanweisung?
Tochter
:die fehlt natürlich ..(Blick auf die Unterseite der Gabel)..ist ja auch made
in Germany.
Vater
:Verdammt ich weiß nicht wie man damit besser Steak essen soll. Was soll denn
jetzt in die rechte und linke Hand?
Mutter
:Ich
habe so das Gefühl als hätte uns da jemand hinters Licht geführt.
Sohn
:Hey!!!
Ich glaube ich hab es raus. Man steckt das da ins Fleisch und das andere schiebt
man darunter. Seht
ihr?! Jetzt kann man das Steak ganz gut hochheben.
Tochter
:Und was macht man hiermit??(Zeigt auf den Löffel)
Sohn
:Das da kannst du anstatt von Bechern benutzen. Du gießt Wasser drauf und schlürfst
es herunter .Gut nech!!!??
Vater
:Ja und? Ich hab das ja nicht erfunden.
Vater
:Es ist auch nur geliehen und nicht gekauft.
Sohn
:Im
Prinzip ist es auch nur Blödsinn.
Tochter
:Genau! Wir sollten die Tradition beibehalten.
Mutter:
Laßt es uns noch eine Weile versuchen. Vielleicht finden wir irgend wann heraus
wie man „Besteck“ benutzt.
Opa
:Was ist denn hier los??
Tochter
:Wir versuchen mit Besteck zu essen. Das ist eine neue Erfindung die anstatt von
Stäbchen benutzt.
Opa
:Ach so ist das!
4.Szene
(Es ist Morgen)
(Mutter kommt in die Küche und macht Frühstück. Die anderen kommen
nach und nach dazu)
Opa
:Guten Morgen.
Tochter
:Morgen
Sohn
:Morgen
Vater
:Morgen
( Sie setzten sich an den Eßtisch und
wollen anfangen zu essen, sie haben aber starke Probleme mit dem Besteck.)
Vater
:Essen wir jetzt lieber schnell mit Stäbchen. Sonst kommen wir noch zu spät
zur Arbeit und Schule.
Mutter
:Genau. Wartet einen Moment ich hole sie schnell. Sie sind weg!! Wer hat sich
einen schlechten Scherz erlaubt und sie versteckt?
Opa
:Niemand
hat sie versteckt! Ich habe sie den Obdachlosen als Brennholz gespendet. Sie
frieren sonst so. Außerdem haben wir ja jetzt etwas neues, das Besteck!!
ALLE:ß
Stöhn
Sohn
:Und ich habe so einen Hunger
Tochter
:Einer sollt zur Nachbarin gehen und sie fragen ob sie uns Stäbchen leihen
kann.
Sohn
:Ich nicht!!! Die guckt dann bestimmt ganz komisch und wundert sich warum wir
keine Stäbchen mehr haben.
Das ist mir peinlich!
5.Szene
(Am Abend, am Eßtisch, mit neuen Stäbchen. Mutter und Opa sitzen am Tisch. Der Rest der Familie kommt nach
und nach dazu.)
Vater
:Guten Abend
Sohn
:Abend
Tochter
:Abend
Sohn:Heut
war vielleicht ein Tag.
Tochter
:Bestimmt nichts gegen meinen.
Vater
:Und
meiner erst mal
Sohn
:Erstens
hab ich den Bus verpaßt. Deshalb kam ich zu spät zur Englischarbeit. Meine
Englischlehrerin hat mich angeschrien.
Tochter
:Ich
kam auch zu spät zur Schule und mußte zum Schulleiter.
Vater
:Und
alles nur durch das Besteck!
Sohn
:Dafür
ist der Vertreter verantwortlich.
Vater
:Wir
sollten ihn gleich morgen aufsuchen und ihm Entschädigungsforderungen stellen.
Mutter
:Ja,
das ist eine gute Idee.
Opa
:Seht ihr!!
Sohn
:Hey
seht mal. Bei dem Besteck war ein Zettel bei. Da steht drauf.....besuchen Sie
uns bei unserer Vertretung
und erzählen Sie uns ihre Erfahrungen mit dem Besteck.(Adresse)
Tochter
:Da
gehen wir hin. Denen werden wir was erzählen. Weißt du wo das ist ?
Vater:
Ja...Also morgen Nachmittag fahren wir hin und beschweren uns.
Mutter
:Und
bis wir neue Stäbchen kaufen müssen wir wohl die von der Nachbarin benutzen.
Vater
:Oh
man ist das peinlich.
6..Szene
(Am nächsten Tag haben alle frei , denn es ist Wochenende. Die Familie
betritt die Vertretung der Firma und sehen
nur eine Sekretärin hinter einem
Schreibtisch sitzen. )
Vater
:Entschuldigen
sie. wir sind eine von ihren Testfamilien und wollen uns beschweren.
Sekretärin
:Ohh , dafür bin ich nicht zu ständig. Dazu haben wir einen Vertreter, der
aber gerade in einem sehr
wichtigen Gespräch ist. Wenn Se ihm eine Nachricht
hinterlassen wollen.
Mutter
:Das
kann doch nicht war sein!!!!! Wir wollen ihn jetzt sofort sprechen. Dieses
Besteck hat uns einen großen Schaden zu gefügt und wenn Sie nicht angeklagt
werden wollen dann entschädigen Sie uns sofort!!!!!
Sekretärin
:Beruhigen
Se sich! Ich werde sehen was sich machen läßt.
Vater
:Und
beeilen Sie sich gefälligst!
(Sekretärin geht in den nächsten Raum und kommt wieder.)
Sekretärin
:Es
tut mir leid aber der Herr Vertreter ist gerade in einem sehr entscheidendem
Gespräch und darf nicht gestört werden.
Vater
:
Das wollen wir doch mal sehen!!!!
(Die Familie stürmt an der Sekretärin vorbei. In dem Raum sitzt der
Vertreter und ein Vertreter einer anderen Firma, eines Versandhauses. Der
Vertreter präsentiert gerade das Besteck.)
Vertreter
:Und
wie Sie sehen.....Was wollen Sie denn hier??
Sohn
:Wir
haben Beschwerden!!
Vertreter
:
Hinterlassen Sie der Sekretärin doch bitte Ihre Adresse und ich werde mich nach
diesem Gespräch sofort darum kümmern. Und ich verspreche Ihnen.....
Vater
:
Nein !Wir wollen das Sie sich sofort darum kümmern. Ihr Produkt ist der letzte
Abfall.
Vertreter
:Also
bitte.....entschuldigen Sie bitte wir haben solch Beschwerden zum ersten mal und
ich weiß nicht.....
Vertreter
:Also bitte.
Vertreter des Versandhauses:
Also bitte erzählen Sie uns doch bitte warum Sie dieses Besteck nicht mögen.
Tochter
:
Weil wir zuerst nicht wußten wie wir es benutzen sollten und keine Anleitung
dabei war brauchten wir zum essen viel zu lange.
Mutter
:
Wir hatten uns voll auf Ihre Versprechen verlassen und hatten deshalb unsere Stäbchen
verschenkt.
Vater
:Das
Besteck bezweckten wenn überhaupt etwas dann das genaue Gegenteil von dem was Sie uns
versprachen. Und außerdem bekam ich des Besteckes wegen eine dicke
Verwarnung bei meiner Arbeit und meinen Kindern wurde angedroht aus der Schule
zu fliegen.
Vertreter
des Versandhauses
:So ist das also.....ich muß gestehen das ich überrascht bin das ändert aber
nicht, daß ich den Kaufantrag von 5000 Bestecksets zurück ziehe. Guten Tag!
(Vertreter des Versandhauses verläßt den Raum.)
Geschrieben von Eike Holst und
Wei-lin Chang,
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Wei-lin Chang alle
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